Zu Beginn habe ich ja ein wenig von mei­ner Suche nach einer geeig­ne­ten Lite­ra­tur­ver­wal­tungs­soft­ware geschrie­ben und habe ein wenig von Con­no­tea geschwärmt. Um es kurz zu machen, die Liebe war nach zwei Tagen wie­der aus. Das war ein­fach nicht was ich suchte. Durch Eure Kom­men­tare und über­haupt durch das wis­sen­schaft­lich blog­gende Umfeld kam ich dann auf Scholarz.net die damals glaube ich kurz vor der ers­ten Beta-Version stan­den. “Klingt ja span­nend”, dachte ich. “Aber wird eh nie fer­tig.” Und wenn: eh nur warme Luft. Man sehe True Know­ledge, bei denen ich beim Beta­test mit­ma­chen wollte, deren Soft­ware ich aber so beknackt fand, dass ich es dort keine halbe Stunde aus­ge­hal­ten hatte. Ent­spre­chend nied­rig dann auch die Moti­va­tion, da wei­ter nach zu schauen.

Als Scho­larz dann nach Beta­tes­tern frag­ten, hab ich mich gemel­det und ich bekam in der Tat irgend­wann dann mal ein Gol­den­Ti­cket, d.h. einen Zugang zum bis dato nicht öffent­li­chen Dienst. Das war alles so furcht­bar kom­pli­ziert und meine Zeit stän­dig begrenzt: wie man nicht zuletzt an der gerin­gen Updatefre­quenz hier sieht. Es dau­erte noch ein paar Wochen bis ich mich end­lich an das Pro­bie­ren wagte.

Und soll ich Euch was sagen? Es hat sich gelohnt. Man könnte es mit dem Satz von Matthew Perry beschrei­ben, mit dem er Salma Hay­eks Herz gewann (und meins): You are all I never knew I always wan­ted. Denn Scho­larz geht über meine Anfor­de­run­gen an ein sinn­vol­les und durch­dach­tes Lite­ra­tur­ver­wal­tungs­kon­zept weit hin­aus. Daher war es auch groß­ar­tig, den Kopf des Pro­jekts, Daniel Koch, hier in Mün­chen per­sön­lich ken­nen zu ler­nen. Er fährt grade eine Tour durch deut­sche Unis und erklärt Inter­es­sier­ten die Idee hin­ter Scholarz.net. Das ist zum Ein­stieg bestimmt auch nötig, das ganze ist wie gesagt nicht ganz unmäch­tig und ohne Ein­lei­tung kommt man viel­leicht schwe­rer hin­ter alle Geheim­nisse. Aber wenn erst mal ein paar Leute mehr damit arbei­ten wird sich das schon rum­spre­chen und es wird sich zei­gen, wel­che Dienste nütz­li­cher sind.
Ich kann das ganze sel­ber nur kurz umrei­ßen: Scholarz.net dient zum Orga­ni­sie­ren von Lite­ra­tur. Ein­mal ein­ge­ge­ben lässt sich diese einem oder ver­schie­de­nen Pro­jek­ten zuord­nen, die es dann wie ein Label trägt. Des Wei­te­ren ist es mög­lich, jeder Quelle Noti­zen anzu­hef­ten und diese eben­falls Pro­jek­ten oder Schlag­wor­ten zuzu­ord­nen. So ent­steht ein mehr­di­men­sio­na­les Infor­ma­ti­ons­netz­werk, dass man sich auf dem Schreib­tisch am liebs­ten mit Fäden und Kopie­ren anord­nen würde und über dem frü­her oder spä­ter jeder wis­sen­schaft­lich arbei­tende die Hände zusam­men schlägt. Außer er nutzt Scholarz.net. Quasi neben­bei lie­fern die Damen und Her­ren noch ein sozia­les Netz­werk á la Face­book für die wis­sen­schaft­li­che Szene mit einem sehr ange­neh­men Fokus auf Pri­vat­sphäre. Aber wenn ich WOLLTE, könnte ich jeder­zeit meine Noti­zen, Quel­len, Zusam­men­fas­sun­gen und Pro­jekte online stel­len, ganz zu schwei­gen von eige­nen Publi­ka­tio­nen. Ich kann andere Wis­sen­schaft­ler ken­nen ler­nen, die ähnli­ches wie mich bewegt und mit Ihnen meine Quel­len tei­len oder gemein­sam kom­men­tie­ren. Das bie­tet sich ebenso für Arbeits­grup­pen wie für wiki­ar­tige Kon­struk­tio­nen an. Kurz und gut: Ich bin begeis­tert. Zwei Dinge feh­len mir noch. Ers­tens: Eine Mög­lich­keit, alle meine PDFs hoch­zu­la­den. Dann könnte ich end­lich dar­auf ver­zich­ten, die Teile in Ord­nern zu lagern die ich benenne, eti­ket­tiere und sor­tiere und bei denen ich dann doch durch­ein­an­der komme. Zwei­tens: Mehr User. Mel­det. Euch. An.

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